Reisen und Virtualisierung
Die 11. Jahrgangsstufe der Fachoberschule durfte in diesem Jahr mehrfach die VR-Brillen nutzen. Im Englischunterricht wurde recherchiert, wie hoch die Kosten sind, solche Brillen herzustellen und wie viel Energie verwendet werden muss, um die Server zu verbrauchen. Das Ganze wurde dann mit einer "normalen" Flugreise verglichen, um die Nachhaltigkeit gegenüberzustellen.
Basierend auf diesen Fakten, bei denen die VR-Brille ganz klar als Gewinner hervorgeht, durften die Schülerinnen und Schüler dann das virtuelle Reisen einmal ausprobieren. Unter anderem flogen sie mit dem Heißluftballon über die Steppen Afrikas, fuhren mit dem Bus durch Paris, besuchten Quito in Lateinamerika oder tauchten mit Delfinen. Manch einer traute sich auch auf die ISS, um die Erde wie ein Astronaut zu sehen.
Zurück in der Realität wurde dann ein Fazit gezogen: So toll und schnell auch das Reisen mit der VR-Brille ist, kann das wirkliche Reisen nicht ersetzt werden. Zum einen ist man ein "lonesome" (einsamer) Reisender und auch die freie Entscheidung, wohin man sich an den Reiseorten begibt und wie lange man dort verweilt, ist nicht möglich. Auch Gerüche und andere Sinneseindrücke fehlen, obgleich die Immersion (das Gefühl des Eintauchens in diese Welt) manchmal täuschend echt ist. Der ein oder andere war bestimmt versucht, mal nach den Delfinen zu greifen...
Im Geschichtsunterricht besuchten die Schülerinnen und Schüler das Stasigefängnis Hohenschönhausen in Berlin. Anhand eines Youtube Videos kann man sich hier nämlich in die fiktive Position eines Inhaftierten begeben und ca. neun Minuten lang die beklemmenden und teils unangenehmen Erfahrungen eines "Staatsfeindes" (aus Sicht der SED-Regierung) machen. Im Rahmen einer Gruppenarbeit ging es während dieser Unterrichtsstunde um die Zersetzungsmaßnahmen der Staatssicherheit und um die Frage der angemessenen Aufarbeitung der Vergangenheit.
Maria Hübler, StRin