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Erasmusreise 2026 nach Conil (FOS)

Zum vierten Mal besuchten zehn Schülerinnen und Schüler, sowohl aus der Berufsschule als auch der Fachoberschule (Klasse 11 und 12), gemeinsam für 14 Tage nach Andalusien, um hier Spanisch zu lernen und berufliche Erfahrungen zu sammeln.

Los ging es am 30.5. vormittags. Mit einer kleinen Umleitung der DB fuhr die Gruppe nach Frankfurt/ Main. Wir besichtigten die Stadt in kleinen Gruppen und verbrachten die Nacht in einem Hotel nahe dem Flughafen, von dem aus es am Folgemorgen um 8:30 Uhr nach Sevilla ging. In zwei Taxen wurden wir zu unserem Zielort, Conil de la Frontera, an der spanischen Atlantikküste gebracht.

In zwei verschiedenen Wohnungen wohnten die jeweils fünf Damen und fünf Herren in kleinen Wohngemeinschaften. Hier mussten sie ihr gemeinsames Leben organisieren, denn der Haushalt und das Kochen erledigen sich nicht von selbst. Aber das hat, wie immer, gut geklappt.

Unter der Woche hatten alle Schülerinnen und Schüler täglich vier Stunden Sprachunterricht in der Akademia Atlántica und dreimal nachmittags zwei Stunden zusätzlichen Konversationsunterricht. Über die Schule nahm die Gruppe an drei Exkursionen teil. Gemeinsam wurden die Orte Conil, Vejer de la Frontera und Bolonia und Tarifa entdeckt. Die Lehrerinnen und Lehrer der Sprachschule gaben hierzu leicht verständliche historische Hintergrundinformationen. Mimik und Gestik halfen hierbei, die Inhalte gut zu verstehen. Bei Unklarheiten, konnte Frau Hübler auch einmal übersetzen.

In der zweiten Woche ging es dann vermehrt darum, nachmittags Einblicke in lokale Unternehmen und deren Arbeit zu bekommen. Dieses Jahr führten uns unsere Ausflüge zu einer ökologischen Ölmühle, einer Thunfischfabrik und einem Obst- und Gemüsegroßhandel.

Ölmühle

Bei der Ölmühle erfuhren wir, wie aus Bio-Oliven schmackhaftes und qualitativ hochwertiges natives Olivenöl gewonnen wird. Über die Erläuterung von Ernte, Gewinnungsprozess und chemischer Analyse erfuhren wir, wie die finale Unterscheidung zwischen kalt gepresstem nativen Olivenöl und (normalem) Olivenöl zu treffen ist. Eine Geschmacksprobe von drei verschiedenen Ölen fand am Ende ebenso statt. Ähnlich wie bei Wein kann Olivenöl bis zu fünf verschiedene Aromen entfalten. Wir durften das Öl mit allen Sinnen genießen und anschließend durch die Olivenbaumallee wandeln.

Thunfischfabrik

Die Thunfischfabrik erläuterte zunächst, anhand eines museumartigen Schauraums, den historischen Hintergrund des Thunfischfangs der Region (von den Phönizern bis heute), die Fangmethode der Almadraba und den Aufbau der Fabrik als auch die verschiedenen Konservierungs- und Zubereitungsartgen des vor der Küste gefangenen Thunfischs. Aus Hygienegründen ist der Besuch der Fabrik selbst nicht möglich. Ein Modell hilft aber, die Arbeitsschritte in der Firma zu verstehen. Zum Abschluss wurde ein Thunfisch vor unseren Augen zerlegt (keine Aktivität für jedermann). Das geschieht heute noch per Hand und ist eine körperlich anstrengende Arbeit, da ein solcher Fisch (Blauflossenthunfisch) bis zu 2,5m lang und rund 300kg schwer werden kann. Auch hier konnten wir im Anschluss Thunfischprodukte probieren – wahnsinnig lecker und nicht nur der Thunfisch aus der Dose, wie wir ihn kennen.

Obst- und Gemüsegroßhandel

Die letzte Betriebsbesichtigung war bei „Ildefonso“-Frutería, ein Familienunternehmen, das darauf spezialisiert ist, regionale Ernteprodukte in den Handel zu bringen. Lokale Bauern liefern hier morgens ihre Ernte ab. Anhand von Menge und Qualität wird ein Preis festgelegt, den der Bauer zu erzielen hofft. Nachmittags kommen die regionalen und auch nationalen Vertreter von Obst- und Gemüseläden, Supermärkten und Hotels, um hier Ware einzukaufen. In einem fallenden Preisbieteverfahren, sogenannte „Subasta“, entscheiden sich die Einkäufer dann für die einzelnen Produkte, die sie in ihren Läden für weitaus mehr Geld weiterverkaufen. „Ildefonso“ vertreibt aber auch importierte Waren, wie Südfrüchte, und verfügt über entsprechende Kühlanlagen, um Reifeprozesse entsprechend zu steuern. Zum Abschluss wurden und zwei Stiegen Feigen übergeben, die wir am Abend beim gemeinsamen BBQ genießen konnten.

Die Schüler hatten aber natürlich auch Freizeit. Der nahgelegene Strand war Ausflugsziel Nummer eins. Hier konnte man auch einmal beim Wellenreiten (Surfkurs) sein Talent unter Beweis stellen. Am Wochenende wurde die nahegelegene Stadt Cádiz und der sich dort befindliche Torre Tavira besichtigt. Die älteste Stadt Europas, und Wiege der spanischen Verfassung, verfügt über mehrere Aussichtstürme, die die ehemaligen Handelsfamilien haben bauen lassen, um von daheim aus den Hafen und die ankommenden Handelsschiffe ihrer Flotte frühzeitig ein den Hafen einlaufen zu sehen. Dadurch ersparte man sich den mühsamen und ggf. unnötigen Weg zum Hafen. Im höchsten Turm der Stadt (Torre Tavira) wurde nachträglich eine Camera Oscura (vergleichbar zu einer Spiegelreflexkamera nur ohne Film) eingerichtet. Von hier aus, kann man heute eine Stadtführung der besonderen Art im Dunklen machen, da die Außenwelt über das Spiegel-Linsen-System auf eine konkave weiße Leinwand übertragen wird. Leider war dieses Jahr die Dame des Deutschen nicht so mächtig, aber Frau Hübler konnte uns mit genügend Informationen versorgen.

Auch 2026 hatte die Gruppe eine fantastische und unvergessliche Zeit in Spanien. Wir freuen uns auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt: ¡Buenos días, Conil! Nos alegra concocerte.

 

Schülerinnen und Schüler mit Lehrerin sitzend vor Haus
Schülerinnen und Schüler in der Altstadt
Personen im Meer
Olivenölgewinnung
Olivenölflasche
Olivenölflasche mit Verkostung
Olivenbäume
Obstgroßhandel
Gemüsegroßhandel
Schülerinnen und Schüler vor Thunfischfabrik
Thunfischzerlegung