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Exkursion nach Mödlareuth 

Dieses Schuljahr fuhr die Vorklasse der FOS zusammen mit zwei 10. Klassen der Berufsfachschule für Kinderpflege nach Mödlareuth ins Deutsch-Deutsche Museum. Am 20.7. fuhren wir gemeinsam im Bus gut gelaunt und bei bestem Sonnenschein nach "Little Berlin". Begleitet von drei Lehrkräften und unserem Schulsozialarbeiter hatten wir vor Ort erst eine kurze, aber sehr interessante Einführung darüber, wie es zur Teilung des kleinen Örtchens nach dem zweiten Weltkrieg kam.

Führung: Geschichte von Mödlareuth

Wir erfuhren viel darüber, dass anfänglich die Grenze im Dorf nur als gedachte Linie existierte, im Zuge der aber immer stärkeren Kontraste der Ideologien beider Besatzungszonen die Kontrollen an der innerdeutschen Grenze verschärft wurden - ein illegales Überschreiten des Baches im Ort wurde gegebenenfalls sogar mit der Waffe verhindert. Bereits vor 1961, dem Jahr des Mauerbaus, bestand im Ort eine Art Grenzmauer, die über die Jahre immer wieder ausgebaut und erweitert wurde, um die Bürger der DDR an einer Flucht zu hindern.

Während Westdeutsche frei an die innerdeutsche Grenze reisen konnten - und das sogar als touristisches Ausflugsziel - war es ostdeutschen Bürgern überhaupt verboten, in Richtung der Grenze, geschweige denn über die Mauer hinweg zu schauen oder Film- und Videoaufnahmen zu machen. Wer sich der Grenze von der thüringischen oder sächsischen Seite aus nährte, musste entweder mit Erschießung durch Grenzsoldaten oder Selbstschussanlagen oder durch den Tod oder die Verstümmelung durch im Boden liegende Mienen rechnen. 

In Mödlareuth selbst ist es nur einer Person gelungen, erfolgreich die Grenzmauer zu überwinden. Wir möchten uns aber nicht ausmalen, mit welchen Konsequenzen Familie und Freunde im SED-Regime konfrontiert wurden, denn flohen Menschen in den "Westen", hatte das meist gravierende Folgen für die Zurückgebliebenen: Haft mit stundenlangen Verhören, Untersagung von Besuchsreisen in den Westen oder ins Grenzgebiet, Untersagung von bestimmten Karriereschritten oder Ausbildungs- oder Studienwünschen...

Erst mit der Wiedervereinigung wurde der geteilte Ort auch hier wieder für beide Seiten frei besuchbar. Familien wurden zusammengeführt und eine über fast drei Jahrzehnte lange Trennung beseitigt.

Im Anschluss  an die Führung konnten die Schüler auf dem Freigelände den Aufbau und die Sicherungsanlagen der Maueranlage begutachten und auch auf einen in der Höhe reduzierten Wachturm blicken, wobei man sich natürlich abwechselnd auf thüringischer oder bayerischer Seite befand.

Am Ende war noch ein wenig Zeit, um sich das Museum vor Ort anzusehen oder in die Fahrzeugausstellung zu gehen. Das Museum hatte sogar ein VR-Erlebnis bereitgestellt, bei dem man die Ballonflucht, die auch in Bully Herbigs Film zu sehen ist, mit dem selbstgebauten Ballon nachempfinden konnte.

Es war ein sehr informativer Tag, der gelungen die Schwierigkeiten und Unterschiede der beiden deutschen Länder während der Teilung abbildete. Wir freuen uns auf den nächsten Besuch in Mödlareuth

Maria Hübler, StRin

Schülergruppe vor Freifläche
Exemplarischer Grenzzaun mit Schild "Grenzgebiet"